Matthias Knaak - Oberbürgermeisterkandidat für Bautzen || Matthias Knaak Matthias Knaak - Oberbürgermeisterkandidat für Bautzen

Was heißt das konkret?

 

Neue Regeln für die Verwaltung

Kompetent, kundenorientiert, kreativ – so soll die Stadtverwaltung mit mir als Oberbürgermeister arbeiten. Ein Onlineportal wird den kurzen Draht zur Stadt für den Bürger erleichtern.

Zu meinen ersten Amtshandlungen wird daher eine gründliche Analyse der Verwaltungsarbeit zählen. Im Ergebnis muss schonungslos auf den Tisch: Was läuft gut – was muss verbessert werden. Einbeziehen werde ich dabei die Erwartungen der Bürger, Unternehmer und des Stadtrates an ihre Stadtverwaltung. Gute Lösungen anderer Kommunen möchte ich übernehmen – das Rad nicht mehrfach erfinden.

Für den kurzen Draht zur Stadtverwaltung soll ein Portal für Bürgerhinweise installiert werden – eine Lösung, die sich in anderen Kommunen bereits bewährt hat.

Gleichzeitig möchte ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung sagen, dass die Zeit für Veränderungen gekommen ist. Ihnen muss klar sein, dass die Art und Weise, wie sie ihre Tätigkeit ausüben maßgeblich darüber entscheidet, wie zufrieden die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt sind. Die Verwaltung ist Dienstleister, den Servicegedanken gilt es auszubauen. Jeder Einzelne muss von ihnen mit einem hohen Maß an Eigenverantwortung und Engagement zum Erfolg beitragen.

Zum Selbstverständnis meines Vorgehens als Oberbürgermeister zählt der Kommunikations- und Meinungsaustausch mit meinen jeweiligen Fachämtern und dem Stadtrat.

 

Wirtschaftsförderung – mehr rausholen, aber dafür auch mehr reinstecken

Die Bautzener Unternehmer stehen für mich an erster Stelle. Zur Gewinnung von Fachkräften ist unter anderem ein neues Jobportal erforderlich.

Neben der intensiveren Pflege der Firmen vor Ort muss sich das Amt künftig noch stärker um die Akquise von neuen Unternehmen kümmern.

Die Stadt kann mehr als jetzt tun, um Fachkräfte für Bautzener Firmen zu gewinnen – andere Kommunen machen uns das vor. Hier will ich ansetzen und gemeinsam mit Unternehmen ein neues Jobportal ins Leben rufen. Dafür will ich sowohl vor Ort als auch über die Stadtgrenzen hinaus die Werbetrommel rühren. Der Landkreis wird einbezogen.

Unternehmen geben Arbeits- und Ausbildungsplätze, schaffen Perspektiven für Menschen. Wertschätzung gegenüber dem Einsatz der Unternehmer ist daher Grundlage des künftigen Miteinanders. Das enorme Aufgabengebiet der Wirtschaftsförderung ist derzeit in der Stadtverwaltung nicht mit dem entsprechenden Personal untersetzt.

Ich werde als Oberbürgermeister mit einer personell verstärkten Wirtschaftsförderung noch mehr für die Bautzener Firmen tun.

Um die Arbeit effektiver zu gestalten, mehr Touristen nach Bautzen anzuziehen und damit neue Geschäftsfelder zu entwickeln werde ich die Ämter für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing zusammenlegen und mir als Oberbürgermeister direkt unterstellen.

 

Mit neuen Ideen den Tourismus ankurbeln

Bautzen wird immer attraktiver für Touristen, die Besucherzahlen steigen.

Dennoch will ich als Oberbürgermeister noch mehr Menschen für die Stadt begeistern. Dafür ist ein enger Schulterschluss aller Akteure auf diesem Gebiet herzustellen. Schwerpunkte der kommenden Jahre sind neben der Präsenz bei den wichtigsten Tourismusmessen eine Werbekampagne für Tagestouristen in und aus Dresden, die Beteiligung an einer bundeslandbezogenen Kampagne (fünf Länder in fünf Jahren), eine intelligente Nutzung der Bautzener Türme stärker als Alleinstellungsmerkmal sowie eine deutlich engere Zusammenarbeit im Tourismus mit der Stadt Görlitz.

 

Neustart für die Unternehmertage, Messe-Konzept angehen

Ich will die Unternehmertage komplett neu ausrichten und die Unternehmer mit ihren Herausforderungen wieder in den Mittelpunkt stellen.

Bei den Bautzener Unternehmertagen ist kein klares Ziel mehr zu erkennen, ein tragfähiges Konzept gibt es nicht. Daher ist eine Neuausrichtung erforderlich. Die Stadt Bautzen soll dabei stärker die inhaltliche Ausrichtung dominieren. Denkbar ist eine ganze BUT-Woche, die täglich neue Branchen mit attraktiven Angeboten anspricht. Dabei sind die BUT deutlich vom Messegeschäft zu trennen. Im Bereich der „Bautzener Messen“ will ich die Veranstalter zurückgewinnen, die in den vergangenen Jahren der Stadt enttäuscht den Rücken gekehrt haben. Schon jetzt sind durch mich dazu Gespräche mit Veranstaltern erfolgt. Ich möchte, dass die Überlegungen für den Bau einer modernen Veranstaltungshalle in Bautzen wieder aufgegriffen werden. Ohne starke private Partner wird hier aber nichts vorangehen.

 

Zuzugsinitiative für Neubautzener

Der Umzug nach Bautzen soll mit mir als Oberbürgermeister mit Hilfe eines „Zuzugspaketes“ noch schmackhafter gestaltet werden. Für jeden Bürger, der sich entscheidet, in unsere Stadt zu ziehen, soll es künftig einen Willkommensgutschein geben.

Auch wenn die Einwohnerzahl sinkt – ständig ziehen Menschen aus dem Landkreis, aus Sachsen und auch dem ganzen Bundesgebiet nach Bautzen. Und wir brauchen mehr davon! Dies erfordert den engen Kontakt zu potentiellen Neubautzenern um ein möglichst breites Angebot zu schnüren. Enthalten soll der Willkommensgutschein Vergünstigungen für Mietzahlungen, Baukosten, Kita-Besuch, den Personennahverkehr oder auch einen Vereins-Bonus. Hierfür möchte ich Partner gewinnen. Außerdem will ich versuchen, die Einbindung in unsere Vereinslandschaft zu erleichtern.

Das Zuzugspaket wird zudem durch die Initiative „Auswärts arbeiten, leben in Bautzen" ergänzt werden, Bautzen muss sich in Zukunft auch für in Dresden arbeitende Menschen als Heimatstadt öffnen und anbieten. Darum brauchen wir eine bessere Taktung der Zugverbindung nach Dresden. Dafür mache ich mich stark.

 

Familien – das Herz von Bautzen

Alles was Familien hilft, ist gut für unsere Stadt.

Familien brauchen ein gutes Angebot an Wohnungen und Bauplätzen. Hierzu hat die Stadt beizutragen.

Die Verfügbarkeit von Kitaplätzen, eine qualitativ hochwertige Betreuung und Erziehung in den Einrichtungen sowie ein guter baulicher Standard sind darüber hinaus die Anforderungen junger Familien an die Stadt.

Mein Vorhaben als Oberbürgermeister ist es zunächst, dem Stadtrat noch 2015 die Entscheidungsvorlage zur Errichtung eines neuen Kita-Standortes (einschließlich Ersatz für die Krippe Weigangstr.) vorzulegen. Dabei müssen neben der aktuellen und der vorhersehbaren Bedarfs-Entwicklung auch Bedarfssteigerungen, z. B. durch stärkere Zuzüge von Familien mit Kita-Kindern, berücksichtigt werden. Trotzdem muss natürlich die langfristige Finanzierbarkeit sichergestellt werden. Auch zur Betreibung der Einrichtung ist eine Entscheidung erforderlich. Ich lege, wie bekannt, sehr viel Wert auf die Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips – ich werde mich als Oberbürgermeister dazu intensiv mit meinem Fachamt, dem Fachausschuss, den Fachleuten aus den Einrichtungen und den Eltern abstimmen und deren Rat in meinen Beschlussvorschlag einbeziehen.

 

Nachhaltige Bürgerbeteiligung

Ich mache Bürgerbeteiligung zur Chefsache im Bautzener Rathaus.

Polemisches Überschriftendenken reicht hier nicht aus: Das bedeutet konkret, dass eine BeteiligungsSTRUKTUR aufgebaut wird, die mit der Anstellung eines Bürgerbeauftragten im Oberbürgermeister-Büro beginnt und Startschuss für den Ausbau einer BeteiligungsKULTUR sein wird. Die Stadtverwaltung muss lernen, die Bürger als Partner auf Augenhöhe zu akzeptieren und gemeinsam mit den Menschen in unserer Stadt die Wege für das „Wie“ der Bürgerbeteiligung bauen. Hierzu ist auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Stadtrat zu suchen – denn dieser ist und bleibt das Entscheidungsgremium für unsere Stadt. Den Bürger verlässlich und nicht nur punktuell zu beteiligen, ist neben einer guten anerkannten Arbeit der Stadtverwaltung die beste Voraussetzung zu einem vertrauensvollen Miteinander zwischen Bürger und Verwaltung. Hierfür ist gemeinsam ein Beteiligungsleitfaden zu erarbeiten, der nicht nur die Kriterien festlegt, wann Bürgerbeteiligung anzubieten ist, sondern auch die jeweiligen Formen. Bürgerbeteiligung ist kein „Geschenk“ an die Bürger, sondern ihr gutes Recht und ihre vornehme Pflicht.

Nicht weniger wichtig: Bürgerbeteiligung sichert nach dem Prinzip der „Weisheit der Vielen“ auch bessere Lösungen für städtische Vorhaben. In anderen Kommunen hat sich diese Praxis bereits bewährt.

 

Immer etwas los in Bautzen

Ich höre oft: „Ist doch nichts los in Bautzen“. Das soll sich ändern und zwar möglichst vielfältig – für Jung und Alt, von Sport bis Kultur; modern und gern auch kontrovers und die Stadtverwaltung als „Ermöglicher“.

Kultur wirkt positiv auf den regionalen Wohlstand. Das wird mein Agieren bestimmen. Bautzener Frühling, Tag des offenen Denkmals, Nacht der Kultur oder der Wenzelsmarkt. Zu anderen Städten ist das im Vergleich schon sehr viel. Da ist die Aufgabe der kommenden Jahre, diese Veranstaltungen inhaltlich und organisatorisch weiterzuentwickeln. Zu diesen Veranstaltungen gesellen sich die durch die Vereine etc. durchgeführten Events, wie die Senfwochen, das Kneipenfest, die Romantica, Ostern, das Blasmusikfest. Auch hier gilt, ich will die Prozesse die laufen, unterstützen und forcieren.

Vor allem für die Senfwochen, das Osterfest und den Wenzelsmarkt sehe ich ein touristisches Potential, das weit über Bautzen hinweg zünden kann. Eine Frage, die angegangen werden muss, ist die des Lausitzer Musiksommers, der alle zwei Jahre stattfindet. Hier könnte ich mir beispielsweise eine Verschmelzung mit dem Musikfest Schmochtitz gut vorstellen. Das kann Kräfte bündeln und ggf. für Bautzen ein Sommerfest ergeben. Auch die künftige Ausrichtung des Theaterfestivals und vieles mehr sind Themen - hier sind viele Ideen gefragt und die Stadtverwaltung soll als „Ermöglicher “ agieren.

Das sportliche Angebot vor allem in den Vereinen ist schon sehr rege, ich möchte das durch einen „Cup des Oberbürgermeisters“ weiter beleben; stelle mir dabei jährlich eine andere Sportart und Altersklasse vor. Um Körper, Geist und Seele zu stärken, möchte ich zudem erreichen, dass ein Aktivplatz auch für ältere Menschen in Bautzen gebaut wird. Ich habe bei meinen Besuchen in anderen Städten gesehen, mit wie viel Elan und Spaß diese Plätze genutzt werden – das möchte ich auch für Bautzen erreichen.

Das Steinhaus steht so neu und attraktiv wie nie - die Sanierung ist gelungen, die alte Skaterbahn ist aber leider damit verschwunden. Pläne für eine neue Anlage sind bisher nicht bekannt. Ich halte eine solche Anlage für sehr wichtig – nicht nur zum Skaten, sondern auch als Treffpunkt für die jungen Bautzener. Gemeinsam mit den Jugendlichen der Stadt will ich nach einem neuen Standort für eine solche Anlage suchen und eine neue Skaterbahn errichten.

Ich beabsichtige städtische Flächen für Kunst (temporär, modern, gern auch kontrovers) zur Verfügung zu stellen; wünschen würde ich mir dafür z. B. den Bautzener Kunstverein zur künstlerischen Betreuung im Auftrag der Stadt zu gewinnen.

Den Grünmarkt, vor allem am Sonnabend, will ich stärken und ausbauen – und besser mit den Geschäften in der Stadt vernetzen. Ich möchte als Oberbürgermeister Anbieter für ein Marktfrühstück gewinnen, das die Verweildauer auf dem Markt erhöht und auch den Anschluss an die Öffnungszeiten der Bautzener Geschäfte gewährleistet. Der Grünmarkt soll zudem durch jährliche Veranstaltungen ergänzt werden, die zum Beispiel von Erzeugern, Händlern sowie Fachhandel und Handwerk gemeinsam organisiert werden. Hier kann die Stadt einige Dinge anschieben.

 

Wir sind die Stadt!

Allerorten sprießen Ideen und Initiativen zur Belebung des urbanen Lebens unter diesem Motto – ich möchte solches Engagement für Bautzen fördern.

Gutes Leben in der Stadt braucht entsprechende Rahmenbedingungen, aber fast noch wichtiger sind Bürgerinnen und Bürger, die ihrer Stadt „Leben einhauchen“ – durch nachbarschaftliches Engagement (warum nicht mal ein Nachbarschaftspicknick im Wohnviertel machen und die Leute aus der direkten Umgebung kennen lernen?), durch Feste und Veranstaltungen usw.

Was kann der Oberbürgermeister tun: Alle Aktivitäten, die dem „Wir“ dienen, sind grundsätzlich willkommen und entsprechend offen von der Stadtverwaltung zu begleiten.

Die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt soll verbessert werden. Dazu zählen für mich solche Dinge wie ein freies WLAN-Netz mit einer ausreichenden Zahl von Zugangspunkten ins Internet (Hot Spots). Die städtischen Gebäude sollen dabei Vorreiter sein. Zu erweitern ist das öffentliche WC-Angebot - Gaststätten und Läden sind hierfür zu gewinnen. Ich wünsche mir in unserem Stadtbild mehr „Blühflächen“. Vielleicht können solche auch dadurch entstehen, in dem die Stadt öffentliche Flächen in die Hände freiwilliger Enthusiasten zur Bewirtschaftung nach ihren Vorstellungen gibt. Einen Versuch ist das meines Erachtens auf jeden Fall wert. Auch internationale Trends wie Urban Gardening finde ich interessant und würde gern örtliche Interessenten mit den städtischen Möglichkeiten unterstützen. Zur Erhöhung der Sauberkeit können Mülleimer schrittweise mit Aschenbechern ausgestattet werden. Das sind sicher kleine Dinge, aber ich erhoffe mir davon einige positive Effekte.

Für erforderlich und machbar halte ich es außerdem, dass städtische Bauplätze an Bauträger mit Konzepten für moderne Wohnformen vergeben werden – gern auch nach einem entsprechenden Wettbewerb.

Und warum nicht auch etwas Visionäres auf die AGENDA setzen: eine kleine internationale Landschafts- und Architekturausstellung ausloben, mit dem Ziel eine klimagerechte, grünere Stadt von morgen zu entwerfen, vielleicht auch mit den Umlandgemeinden gemeinsam. Es gilt vorausschauend zu planen: Energieeffizienz, Klimaschutz, mehr Grün und mehr Wasserflächen in der Stadt.